Stellprobe

Stellprobe, Tonvasen, beweglich und variabel in Größe/Menge, 2018/2019

Die Stellprobe (veraltet auch Arrangierprobe) im Theater ist eine Probe, bei der die Gänge, Stellungen, Haltungen der Personen auf der Bühne festgelegt werden.

Die Stellprobe folgt traditionell auf die Leseprobe, in der das Drama mit verteilten Rollen meist sitzend gelesen wird (vgl. die Sitzprobe in der Oper). In der Theaterpraxis des 19. Jahrhunderts mussten oft drei Proben für eine Neueinstudierung genügen: Leseprobe, Stellprobe (Hauptprobe) und Generalprobe. Nach der Theatergeschichte von Peter Simhandl wurde dieses Modell zuerst von Christian Dietrich Grabbe am Theater Düsseldorf eingeführt. – Für alles Weitere waren die Schauspieler selbst verantwortlich. Eine Inszenierung im heutigen Sinn gab es noch nicht. Der Übergang einer Stellprobe zur Choreografie war fließend.

Seit dem Bühnennaturalismus und der verstärkten Bedeutung der Theaterregie ist die Stellprobe (zumindest im Schauspiel) einem längeren Probenprozess gewichen, bei dem versucht wird, die Bewegungen der Figuren nicht äußerlich festzulegen, sondern aus ihren Emotionen und dem Zusammenspiel zu entwickeln. Bei Zeitnot und in der Oper, die häufig Umbesetzungen erfordert, sind Stellproben noch heute an der Tagesordnung. Ebenso während der Dreharbeiten im Film, die eine wesentlich kürzere Probezeit erfordern als das Theater und wo die Darsteller sich nach vielen technischen Details richten müssen.

Das Regiebuch, in dem die Gänge und Positionen der Darsteller eingezeichnet sind, hilft als Grundlage bei Stellproben, vor allem bei Wiederaufnahmen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stellprobe

Wann bin ich ganz bei mir? Wann ganz bei dir? Bei uns?


Wann bin ich ganz bei mir?, Video, 2017

Mich interessiert das Dazwischen, das wandelbar, verschiebbar, fühlbar und wertvoll zu ergründen ist. Das Zwischen mir, das Zwischen mir und dir und uns. Das Dazwischen als Grenze, die womöglich weicher werden kann, fliessend, frei atmend und uns so beruhigt.

Contact is content.

Den Titel meiner (Körper-)Arbeit, „Contact is content.“ habe ich einer Publikation des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson entnommen. Er möge es mir erlauben. Ich finde es hört sich griffig an und erschließt sich nicht sofort, man stolpert etwas, gut oder? Irritationen können sich lohnen, nachdem die Vorsicht verschwunden ist.

Im Wörterbuch lese ich.
contact: Kontakt – Verbindung – Berührung
to be: sein – sich fühlen – sich befinden
content: Inhalt – Gehalt – zufrieden

Das Offensichtliche zuerst: Berührung lässt einen sich zufrieden fühlen. Automatisch und unmittelbar, wenn Vertrauen und Einverständnis vorhanden sind. Vertrauen, nicht nur demjenigen gegenüber, der einen berührt, Vertrauen auch in sich selbst. „Das Wichtigste, was wir für unser Selbst tun können, ist, dem Körper zu vertrauen, der uns als Menschen formt.“ lese ich bei Stanley Keleman in „Dein Körper formt dein Selbst“.

Kontakt erfahre ich, ist flüchtig, unmittelbar, im Moment, kostbar und nicht zu machen, sondern zuzulassen. Kontakt ist erlebbar, ist nicht denkbar, nicht fantasierbar, nicht konsumierbar, ist sehr konkret. Kontakt ist erfahrbar über die Sinne, in einem Blick, einer Berührung, einem gehörten Wort, ist Austausch, eine Form der Verständigung, einverstanden sein. Kontakt ergibt sich automatisch, wenn etwas geteilt wird, je bereiter und unvoreingenommener, desto überraschender und lebendiger. Das interessiert sein ist wesentlich dabei. Interessiert sein ist dazwischen sein, ist Dabeisein, mit dem, was im Moment zur Verfügung steht.

Wann bekommt Kontakt etwas Bedeutungsvolles, etwas von Gehalt? Wenn ich eine Verbindung spüre, sich eine Beziehung ergibt, die zuvor so nicht da war, ein Aha-Moment, ein so ist das, so macht es Sinn und passt. Often it is simply impossible to do it on your own. Mir gibt es Trost, das anzuerkennen und fordert mich zugleich, hinaus zu gehen und auch einzuladen, Beziehungen zu wagen, immer auf’s Neue.

Alles an Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen, Gedanken, Meinungen ist Inhalt. Da sammelt sich mit der Zeit allerhand an. Inhalt, der wandelbar ist, innerhalb der Grenzen unseres formbaren Körpers. Wo sonst? Und Berührung/ Körperarbeit ist eine Möglichkeit sich gewahr zu werden. Wie funktioniere ich, wie bin ich geformt, wie durchlässig bin ich, wie beweglich, wie nachgiebig, wie fest, wie locker, wie stabil, wie gebunden, wie verbunden…

So berühre ich, spielerisch, mitfühlend, tief, in Kontakt mit dem was ich erkennen kann und bin dankbar für das Vertrauen.

Contact is content., One to One Performance, seit 2016